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2.500 Jahre Siegerländer Stahlindustrie

Seit jeher arbeitet ein großer Teil der Arbeitnehmer im Raum Siegen in der Stahl verarbeitenden Industrie. Von der Stahlerzeugung über die Weiterverarbeitung bis hin zur Produktion fertiger Produkte aus Stahl – die gesamte Wertschöpfungskette entlang bietet das Siegerland Arbeitsplätze in der Branche. Viele der hier ansässigen Unternehmen können auf eine langjährige Geschichte zurückblicken, einige bestehen schon seit mehreren hundert Jahren. Die Stahlgewinnung und -verarbeitung geht gar bis auf die Zeit um 500 v.Chr. zurück. 

Ein kurzer Abriss der Geschichte der Siegerländer Stahlindustrie

Die Kelten waren es, die im Siegerland die ersten Spuren des Bergbaus hinterließen. Davon ist heute noch ein Ofen in Wilnsdorf-Obersdorf aus der La-Tène-Zeit (ca. 500 v. Chr.). Darüber hinaus legten Archäologen kürzlich an der Fundstelle Gerhardsseifen Nachweise eine große Zahl an Eisen-Werkstätten frei. Die hier gefundenen Verhüttungsöfen gelten als die größten ihrer Epoche in Europa.

Danach änderte sich die Art der Erzgewinnung und etwa im 10. Jahrhundert wurde mit dem Stollenbau begonnen. Eines der bekanntesten Relikte dieser Zeit ist die Bergbauwüstung am Altenberg zwischen Kreuztal-Littfeld und Hilchenbach-Müsen. Von 1489 bis 1865 gab es verschiedenste Bergordnungen im Siegerländer Erzrevier. Ab den 1850er Jahren wurden in den Siegerländer Bergwerken Dampfmaschinen eingesetzt, in den 1860er Jahren ersetze die Eisenbahn die Pferdetransporte. Das geförderte Eisenerz wurde oft im selben Ort zu Stahl und Eisen verarbeitet. In den sogenannten Hütten wurden die Erze gebrochen und gemahlen. In den meisten Orten im Siegerland gab es mindestens eine Hütte. Im Jahr 1415 waren es 25 Eisenhütten, 1444 35 Hütten und 1505 44 Hüttenwerke.

Die wichtigsten Hütten im Siegerland waren

  • Marienhütte in Eiserfeld von 1876 bis 1925
  • Eiserfelder Hütte in Eiserfeld von 1463 bis 1972
  • Boschgotthardshütte in Weidenau von 1467 bis 1952
  • Charlottenhütte in Niederschelden von 1864 bis 1966
  • Haardter Hütte in Weidenau (Haardt) von 1417 bis 1929
  • Kreuztaler Hütte in Kreuztal von 1865 bis 1926
  • Geisweider Eisenwerke in Geisweid ab 1845
  • Birlenbacher Hütte in Geisweid von 1463 bis 1971
  • Hainer Hütte in Siegen
  • Beelenhütte in Salchendorf von 1716 bis 1873
  • Friedrichshütte in Neunkirchen / Herdorf von 1871 bis 1968

Mit der Schließung der Gruben Georg in Willroth und Füsseberg in Biersdorf bei Daaden endeten am 31. März 1965 über 2000 Jahre Erzbergbau im Siegerland. Außer vereinzelten, verschlossenen Stolleneingängen und Schlackehalden in den Wäldern ist heute nicht mehr viel zu sehen. Weithin sichtbar jedoch ist der sogenannte Monte Schlacko im Hüttental.  Hierbei handelt es sich um eine ab 1900 künstlich aufgeschüttete Schlackenhalde der früheren Bremer Hütte in Siegen-Geisweid.

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2019-05-06T16:06:06+02:00 Metallindustrie|