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Homeoffice: Beruf und Familie besser vereinbaren?

Unsere Arbeitswelt hat sich in vielerlei Hinsicht geändert. Wir sind auf dem Weg in die Industrie 4.0 und viele Tätigkeiten sind nicht mehr an einen festen Arbeitsplatz gebunden. So gewinnt das Thema Homeoffice auch immer mehr an Bedeutung. Homeoffice kann Arbeitnehmer*innen dabei helfen, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren. Aber hierzu müssen auch die richtigen Voraussetzungen geschaffen werden, wie eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung zeigt. 

Für viele Arbeitnehmer*innen ist Homeoffice zumindest zeitweise eine Option. Das mobile Arbeiten von zu Hause aus kann dabei durchaus helfen, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, indem es mehr Handlungsspielraum schafft. Damit man aber tatsächlich vom Homeoffice profitiert, müssen einige wichtige Voraussetzungen seitens des Arbeitgebers geschaffen werden. Das zeigt die Studie “Work-life-Balance im Homeoffice: Was kann der Betrieb tun?“, die im Januar 2020 vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung herausgegeben wurde. Fragestellungen hierbei waren unter anderem “Fördert Homeoffice die Work-Life Balance oder führt die Arbeit von zu Hause eher zu Konflikten zwischen Beruf und Familie?” und “Welche Bedingungen tragen dazu bei, dass Homeoffice die Work-Life Balance verbessert bzw. Probleme in der Vereinbarkeit von Arbeit und Leben ausräumt?”

Wo wird Homeoffice aber von Arbeitnehmer*innen generell als förderlicher erlebt? Der Studie zufolge, wohl am ehesten in Unternehmen, in denen es klare Regelungen hierzu gibt. “In Betrieben, in denen betriebliche Vereinbarkeitsmaßnahmen umgesetzt werden, in denen die Führungskräfte als fair wahrgenommen werden und Homeoffice entsprechend der zeitlichen Lage, des Umfangs und der vertraglichen Regelung eher als Vereinbarkeitsinstrument eingesetzt wird, haben Beschäftigte häufiger ausschließlich positive Vereinbarkeitserfahrungen mit Homeoffice als diejenigen Beschäftigten, die in Betrieben ohne diese Maßnahmen bzw. Charakteristika arbeiten.”

Richtige Voraussetzungen müssen geschaffen werden

Laut der Autorin der Studie Dr. Yvonne Lott liegt es an den Unternehmen, auch im eigenen Interesse gute Voraussetzungen für das Homeoffice zu schaffen: “Die bisherige Forschung zeigt, dass Beschäftigte, die im Homeoffice arbeiten, einsatzbereiter und zufriedener mit ihrem Job sind.” Bereits die Option auf Homeoffice allein erhöhe die Zufriedenheit und Produktivität von Mitarbeiter*innen, da dieses Angebot das Vertrauen zwischen Arbeitgeber und Beschäftigten stärke. Wie sich das Arbeiten im Homeoffice bzw. die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Beschäftigte zeigt, ist zum Beispiel durch Vorgesetzte beeinflusst. Bei Befragten, die sich generell nicht gerecht durch ihre Vorgesetzten behandelt fühlen, liegt die Wahrscheinlichkeit für eine ausschließlich gute Erfahrung mit Homeoffice durchschnittlich bei knapp vier Prozent. Wer sich hingegen von seinen Vorgesetzten fair behandelt fühlt, erlebt auch das Homeoffice als besser.

Natürlich spielen auch die Arbeitszeiten im Homeoffice eine Rolle. Dementsprechend ist Homeoffice innerhalb der normalen auch im Büro geltenden Arbeitszeit der Work-Life-Balance deutlich zuträglicher als in der Freizeit. “Ganze Tage im Homeoffice gehen ebenfalls mit ausschließlich positiven Vereinbarkeitserfahrungen einher. Die Wahrscheinlichkeit beträgt 53 Prozent mit ganzen Homeoffice-Tagen gegenüber 29 Prozent mit stundenweisen Homeoffice.”

Wichtig ist auch, dass Homeoffice-Beschäftigte als gleichwertige Mitarbeiter anerkannt werden. Das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist in der Praxis aber häufig problematisch. Es besteht die Gefahr, dass Homeoffice-Arbeitende nicht nach der tatsächlich erbrachten Leistung beurteilt und (da sie nicht vor Ort sichtbar sind) als Minderleister stigmatisiert werden. Umso wichtiger ist es daher, innerhalb eines Unternehmens allgemeingültige Kriterien zu schaffen, nach denen die Arbeit beurteilt wird – egal ob vor Ort oder von zu Hause aus.

Habt Ihr schon Erfahrungen mit Homeoffice gemacht? Hilft es Euch oder habt Ihr das Problem, Arbeit und Freizeit nicht mehr voneinander trennen zu können?

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