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Fachkräftemangel – Mythos oder Realität?

In vielen Branchen ist in Deutschland seit einiger Zeit vom Fachkräftemangel die Rede. Unternehmen beklagen, keine geeigneten Bewerber mehr auf ausgeschriebene Stellen zu bekommen bzw. dass offene Stellen zu lange Zeit vakant bleiben bis ein Kandidat gefunden wurde. Auf der anderen Seite gibt es aber trotzdem weiterhin Menschen, die auf der Suche nach Arbeit sind, manche sprechen sogar davon, dass der Fachkräftemangel ein Mythos sei. Was ist dran am Fachkräftemangel und welche Branchen sind betroffen?

Fangen wir einmal ganz vorne an. Was versteht man eigentlich unter Fachkräftemangel und wie kommt es dazu? Manche Fakten lassen sich nicht leugnen. Ein solcher Fakt ist, dass die Bevölkerung in Deutschland nicht nur schrumpft, sondern auch immer älter wird. Die Erklärung dafür liegt auf der Hand. Während die Lebenserwartung immer weiter zunimmt, nimmt die Zahl der Geburten ab. Auf Dauer wird das zum Problem, da es immer mehr Menschen im Ruhestand stand und demgegenüber zu wenig Nachwuchs. In dem Zeitraum von 1900 bis 1990 verdreifachte sich der Bevölkerungsanteil der über 65-jährigen von 4,9 Prozent auf 14,9 Prozent, während sich der Anteil der unter 20-jährigen halbierte. Eine logische Folge ist also, dass es zunächst zu kurzfristigen Engpässen und schließlich zu einem Fachkräftemangel kommt. Man spricht erst dann von einem Fachkräftemangel, wenn auf dem Arbeitsmarkt eine langfristig anhaltende Knappheit an ausgebildeten Fachkräften vorherrscht. Allerdings betrifft das nicht den gesamten Arbeitsmarkt, sondern einzelne Berufsgruppen, Branchen oder auch Regionen.

Welche Berufsfelder sind besonders betroffen?

Viele Branchen bzw. Berufsfelder sind mittlerweile davon betroffen, keine qualifizierten Mitarbeiter zu finden. Besonders stark ist der Fachkräftemangel im Bereich der Pflegeberufe. Hier spricht man schon von einem Pflegenotstand, da es nicht nur regional an Fachkräften und Spezialisten mangelt, sondern flächendeckend in der gesamten Bundesrepublik. Aber auch technische Berufe vom Ingenieur über den IT-Spezialisten bis zum Zerspanungsmechaniker sind von Engpässen bzw. Fachkräftemangel betroffen.

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Fachkräfteindex in Deutschland nach Berufsfeldern im Juni 2018 (Quelle: statista)

Die Unternehmen stellt das natürlich vor ein Problem, da im schlimmsten Fall Aufträge nicht in Vollauslastung abgearbeitet werden können. Das spiegelt sich auch in der durchschnittlichen Vakanzzeit, also der Zeit, die bis zur Einstellung eines neuen Mitarbeiters benötigt wird, wieder. Während diese 2016 noch rund 87 Tage betrug, benötigen Unternehmen heute knapp 106 Tage, um eine Stelle zu besetzen. Für Arbeitnehmer allerdings ist die Situation grundsätzlich vorteilhaft, wenn sie über eine entsprechende Qualifikation verfügen. Denn – wie gesagt – in vielen Bereichen, auch in der Industrie, werden Facharbeiter händeringend gesucht. Dementsprechend ist es momentan vergleichsweise einfach, einen neuen Job zu finden.

Um zukünftig Abhilfe zu schaffen, sind mehrere politische Entscheidungen und Maßnahmen notwendig. Eine davon ist definitiv die Förderung des Fachkräfte-Nachwuchses, denn nahezu jeder siebte junge Deutsche hat keine Berufsausbildung. Im Umkehrschluss sind das nämlich zwei Millionen Menschen, aus denen Fachkräfte werden könnten.

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2019-01-08T11:38:44+00:00 Arbeitswelt|